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Die Schliessung der Grenzen hat die kleine Nation im asiatischen Bergland nicht vor COVID-19 bewahren können. Zum Schutz lässt sich die Bevölkerung nun impfen. Der Verein Spitalpartnerschaft Laos-KSW zeigt dank der Erfahrungen in der Schweiz, wie man sich auch mit einfachen Mitteln schützen kann.

Laos setzt seit Beginn der Pandemie auf Grenzschliessungen mit strikten Kontrollen und Quarantänemassnahmen. Bis im Frühjahr 2021 konnte dadurch die Einschleppung des Coronavirus weitgehend verhindert werden. Seit aber viele in Thailand tätige laotische Gastarbeiter wegen der Pandemie ihre Arbeit verloren und nach Laos zurückkehren mussten – etliche von ihnen hatten sich schon angesteckt –, verbreitet sich COVID-19 rasant.

Unter anderem in der Textilindustrie rund um Vientiane, der Hauptstadt von Laos, fand das Virus ideale Ausbreitungsbedingungen. Hunderte Näherinnen sitzen hier in grossen Hallen eng beieinander, die Lüftungsmöglichkeiten sind meist ungenügend. Die Belegschaft steckte sich in Rekordzeit an und gab das Virus weiter, so dass es sich bald auch in anderen Provinzen verbreiten konnte. In Fussballstadien und Schulen mussten daraufhin behelfsmässige Quarantänestationen eingerichtet werden.

In Laos wird geimpft

Die Angst vor einer Ansteckung ist gross, die Angst vor allfälligen Spitalkosten noch grösser. Denn diese werden von den Familien getragen, und ein mehrtägiger Spitalaufenthalt kann schnell den finanziellen Ruin bedeuten. Darum möchten sich die meisten Menschen so schnell wie möglich impfen lassen – eine grössere Bewegung von Impfgegnern gibt es hier nicht.

Im sozialistischen Laos wird die Aufklärungskampagne vom zentralistischen Staat geprägt, nicht von föderalistischen Kantonen, daher ist sie überall einheitlich. Obwohl der Startschuss später fiel, ist in Laos bereits über ein Drittel der Bevölkerung geimpft, wobei hier ganz ähnlich wie in der Schweiz die Impfbereitschaft in den Städten höher ist als auf dem Land. Laos ist wegen seiner wirtschaftlichen Situation auf Impfstoffspenden, insbesondere aus China und über die COVAX-Initiative, angewiesen.

Wichtige Schutzmassnahmen

In der Schweiz ist die Impfung der Bevölkerung der nächste von vielen Schritten in Richtung Normalität. Davor wurden wichtige Erkenntnisse gewonnen – etwa dass sich das Spitalpersonal trotz grundlegender Schutzmassnahmen wie Hygienemasken nicht bei der Arbeit ansteckte, sondern in den gemeinsam verbrachten Pausen.

In Laos fehlt diese Erfahrung mit dem Virus. Man trägt oft eine Ganzkörperschutzkleidung, während das richtige Tragen von Masken und die Händedesinfektion im Alltag vernachlässigt werden. Im Spital wird während der Arbeit zwar konsequent eine Maske getragen und Abstand gehalten, bei den Mahlzeiten hingegen fällt diese Barriere weg – zu wichtig ist das gemeinsame Essen in der laotischen Kultur.

Das überrascht nicht, immerhin ist es in Laos durchaus üblich, sich mit einem «Tjau kin khau läo boo?» («Hast du schon gegessen?») zu begrüssen. Die Mitglieder des Vereins Spitalpartnerschaft Phonsavan (Laos) – Kantonsspital Winterthur leisten wertvolle Arbeit, indem sie das laotische Spitalpersonal über die einfachen, aber wirksamen Schutzmassnahmen aufklären.